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Übersicht

Herkunft

Kaffeeland Honduras

Kleines Land – großartiger Kaffee!

Honduras kann es qualitativ mit den ganz großen Kaffeeproduzenten locker aufnehmen. Wir berichten, warum der sogenannte Kaffeerost die Honduraner in ihrem Siegeszug nicht aufhält und wieso Spezialitätenkaffee-Scouts für ihre Jagd nach den besten Arabica-Kaffees immer öfter ins mittelamerikanische Land reisen.

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Honduras ist eines der ärmsten Länder Zentralamerikas. Kriminalität und Drogen machen den rund acht Millionen Einwohnern, dem Land und seinem Ruf zu schaffen. Auf der anderen Seite verbergen sich hinter der rauen Fassade ganz besondere Schätze: eine atemberaubende Natur, eine beeindruckend farbenfrohe Tierwelt, warmherzige, gastfreundliche Menschen und – für uns natürlich besonders wichtig – Arabica-Kaffee von erstklassiger Qualität.

Kaffee als Lebensgrundlage

Kaffee ist das meist exportierte Produkt aus Honduras. Knapp ein Drittel der gesamten honduranischen Bevölkerung ist in der Kaffeeindustrie tätig. Der Kaffee ist für sie Lebensgrundlage und bringt viel ausländische Währung ins Land, die für den Staatshaushalt wertvoll ist. Entsprechend viele Menschen sind betroffen, wenn das Geschäft nicht so läuft, wie es sollte. Grund dafür ist häufig ein fieser Pilzbefall und die damit zusammenhängenden Ernteausfälle. Doch mehr dazu später.

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Die Honduraner selbst trinken zwar deutlich weniger Kaffee als Einwohner anderer Kaffeeländer wie in Brasilien. Nichtsdestotrotz nimmt der Inlandkonsum konstant zu. Vor allem junge Landsleute schlürfen die schwarze Brühe gerne auch mal gekühlt als Eiskaffee. Außerdem gibt es immer mehr Kaffeebars in den großen Städten, an Tankstellen, in Einkaufszentren und sogar Spitälern. Dass in den meisten dieser Lokale gratis Internet angeboten wird, unterstützt den vermehrten Besuch von Kaffeetrinkern.

Alte Liebe rostet nicht – Kaffeepflanzen schon!

Leider macht der Kaffeerost den Honduranern immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Es handelt sich dabei um einen sich schnell verbreiteten Pilz, der die Pflanzenblätter befällt. Durch die Sporenbildung färben sich diese rötlich-braun, daher auch der Name. Die befallenen Blätter sterben ab, sodass vorhandene Kaffeekirschen nicht mehr mit Nährstoffen versorgt werden. Befallene Pflanzen werden in der Regel bis zum Stumpf zurückgeschnitten.

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Vor einigen Jahren gab es in Honduras eine regelrechte Kaffeerost-Plage, durch die Tausende Bauern mindestens die Hälfte ihrer Ernte einbüßten oder sogar komplette Ernteausfälle zu beklagen hatten. Hinzu kommen die Kosten für den Wiederaufbau, den sich viele Familien nicht leisten können oder sich durch Kredite verschulden müssen. Nationale und internationale Organisationen bekämpfen den Kaffeerost durch Schulungen und Unterstützung im Wiederaufbau der Plantagen. Ausserdem wird immer mehr auf rostresistente Kaffeesorten gesetzt, die dem ungebetenen Gast tapfer trotzen.

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Zwischenhändler – Freund oder Feind?

Neben den allgemeinen Preisschwankungen, unter denen jedes Kaffeeland zu leiden hat, spielen die Zwischenhändler in Honduras eine wichtige Rolle im Einkommens-Krimi der Bauern. Oftmals werden Preise tiefer angesetzt oder aus undurchsichtigen Gründen nach unten gedrückt, sodass die Bauern viel weniger Geld bekommen, als sie sollten. Weniger Umsatz bedeutet aber auch entsprechend weniger Investition in die Bepflanzung und Pflege der Plantagen. So kommt es zu Einbussen in Qualität und Quantität.

Deshalb ist es wichtig, die Kaffeeproduzenten in neuen Anbau- und Aufbereitungstechniken zu schulen, um das Beste aus jedem Quadratmeter ihrer Plantage herauszuholen. Ebenfalls förderlich ist es, die Zusammenarbeit unter den Bauern zu unterstützen und zentrale Aufbereitungsanlagen zu errichten. Auf diesen Prinzipien gründet auch unser Nachhaltigkeitsprojekt „La Laguna“, durch welches wir die Kaffeeproduzenten vor Ort gezielt unterstützen.

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Investition in die Zukunft

Weil der Kaffee für die honduranische Wirtschaft so wichtig ist, gibt es zahlreiche inländische Organisationen, die den Kaffeeanbau auf verschiedene Arten unterstützen. Eine davon ist das IHCAFE (Instituto Hondureño del Café), das im Jahr 2000 als Non-Profit-Organisation privatisiert wurde. Dadurch kann die Organisation schneller auf Bedürfnisse im Kaffeesektor reagieren. Das Institut bestimmt Richtlinien für die gesamte Wertschöpfungskette. So müssen Exporteure die bezogene und die exportierte Ware deklarieren. Machen sie das nicht, wird nicht exportiert.

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Geheimtipp für Spezialitätenkaffee-Scouts

Am "Cup of Excellence", organisiert vom IHCAFE, werden in professionellen Cuppings ausgewählte Spezialitätenkaffees verkostet. Die besten Kaffees werden anschließend auf elektronischem Weg weltweit versteigert. Dank diesem Wettbewerb entstehen neue Nischenmärkte. Honduras wird immer mehr zum Geheimtipp unter Spezialitätenkaffee-Scouts. Die Nachfrage nach hochwertigem Arabica-Kaffee nimmt stets zu, was auch die Experimentierfreudigkeit der Produzenten anregt, die immer mehr auf diese besonderen Sorten setzen.

Honduranischer Kaffee hat eine gute Balance zwischen Säure und Körper, mit nussigen bis zitrischen Noten. Bei Spezialitätenkaffees finden sich Aromen von tropischen Früchten, eine hohe Säure und eine cremige Textur. Für unsere Café Royal Kaffees kaufen wir ausschliesslich sogenannten „Strictly High Grown“ Rohkaffee ein. Dabei handelt sich um Kaffee, der über 1‘000 m ü. M. wächst und sehr sorgfältig aufbereitet wird.

Trotz der zahlreichen Herausforderungen durch Kaffeerost, Klimaeinflüsse und schwankende Kaffeepreise ist Honduras auf einem guten Weg, sich weiter im Kaffeegeschäft gegen starke Gegner zu behaupten. Und zwar durch mehr Spezialitätenkaffees, besser ausgebildete Kaffeebauern und eine klarere Organisation.